Unsere neue Ernte vom ersten Grünen Olivenöl 2019/2020 ist eingetroffen!

Unsere Vorfreude ist jedes Jahr auf´s Neue für Außenstehende, fast schon belustigend.
Frisch geliefert, braucht das Olivenöl jedoch erst eine gewisse "Aufwärmzeit", um eine annehmbare Temperatur zu bekommen, damit es überhaupt aus dem Kanister "wabern" kann. Die kalten Temperaturen beim Transport schaden dem Öl zwar überhaupt nicht, machen es aber sehr zähfließend und auch ist das Aufschütteln nahezu unmöglich. Sobald der erste Kanister geöffnet werden kann, wird in der Produktion die momentane Tätigkeit eingestellt und alle scharen sich um unser "erstes Grünes".

Meist könunser grunes Olivenöl Ernte 2019/2020nen wir es nicht erwarten und das Olivenöl ist noch zu kalt, daher blubbert es noch recht dickflüssig, hat eine grün-weißliche Farbe, mit zum Teil noch kleinen, eingekapselten "Ölkügelchen".
Also doch noch etwas warten - 5-Liter brauchen schon ein paar Stunden - aber dann ist es soweit.

Gut geschüttelt fließt das grüne Öl cremig ins Glas und bereits der Geruch ist überwältigend. Wenn erst einmal alle ausgiebig geschnuppert und gerochen haben, kommt die Verkostung. Mit frischem Weißbrot und einer Prise Pyramidensalz dippen und löffeln wir unsere Probiergläschen komplett aus - und komischerweise werden unsere Gläschen jedes Jahr größer. Anmerkung: Manche Mitarbeiter, ich will jetzt keine Namen nennen, bringen ihren unangemachten Lieblingssalat mit, um gleich Vorort den ultimativen Gennus-Test zu machen :)

Zugegeben, über das eigene Olivenöl so zu Schwärmen gehört sich vielleicht nicht, aber wir sind uns alle einig - es ist einfach wunderbar! Und obwohl es sich anhört, als wäre es eine Weihnachtsgeschichte, ist es tatsächlich jedes Jahr das Gleiche. 

Das fruchtig, herb-scharfe Geschmackserlebnis des frischen, grünen Olivenöls ist für "Einsteiger auf dem Gebiet Olivenöl" wohl weniger geeignet, vielleicht sogar abschreckend; für Liebhaber jedoch ist es eine Aromenexplosion.

... um etwas genauer zu sein:

Durch die Ernte noch grüner Oliven hat es einen niedrigeren Säuregehalt. Es besitzt eine bittere, aber fruchtige, intensiv-grasige und auch scharfe Note, da sämtliche Schwebstoffe mit abgefüllt werden.

Diese setzen sich nach kurzer Zeit am Kanister-/Flaschenboden ab, was auf keinen Fall als Qualitätsmängel zu verstehen ist! Es zeigt, dass die Flavanoide, Pflanzenschwebstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und wertvollen Antioxidantien in großer Zahl vorhanden sind. Durch Schütteln gehen diese wieder ins Öl über!

Unser "Grünes Bio-Olivenöl" ist aus der noch nich voll ausgereifen Koroneiki-Olive erzeugt und hat dadurch seinen charakteristisch herb-bitteren - und der Olivensorte geschuldet doch angenehm-ausgewogenen Geschmack. Der Grund für die Bitterkeit ist ein Phenol namens Oleuropein. In unreifen, grünen Oliven ist der Gehalt an Oleuropein größer, als in vollreifen Oliven - der Gehalt nimmt während des Reifungsprozesses ab.

Anmerkung: Dies geschieht auch bei der Lagerung von Olivenöl, je länger das Olivenöl lagert, desto milder wird das Olivenöl. Wir können zum Glück immer bei unserer Verkostung das frisch gepresste mit dem aus dem Vorjahr vergleichen. Im Laden haben Sie übrigens ebenfalls diesen Vorteil, da haben wir in der ersten Zeit immer noch ein kleines Fläschchen vom Vorjahres-Öl zum Vergleich stehen.

Der herbe, bittere Geschmack zeigt also die Frische von Olivenöl und ist also gewünscht bzw. ein Frische-Zeichen und wird nicht nur der Gesundheit* wegen (aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften der Phenole - Mikroben hemmende und entzündungshemmende Schutzwirkung), sondern auch des wunderbaren Aromas wegens von Öl-Liebhabern bevorzugt.

* In nativem Olivenöll sind viele "phenolische Verbindungen" zu finden (Vanillinsäure, Kaffeesäure, Oleuropeinsäure, Tyrosol, Hydroxytyrosol, Ligstrosid und Kumarsäure), je nach Olivensorte, Anbau ... . Viele dieser phenolischen Verbindungen gehören zu den Antioxidantien. Die besondere Zusammensetzung der Phenole in grünem nativem Olivenöl extra ist besonders hoch.

Tipp: Die natürlichen Fettbegleitstoffe, wie beispielsweise der sehr reaktive Farbstoff Chlorophyll, oder die feinen Fruchtfäden, sowie das wertvolle Vitamin E sind natürlich kalt am Wertvollsten. Deshalb sollte „das Grüne“ Bio-Olivenöl frisch genossen werden.

„Das erste Grüne“ Bio-Olivenöl aus der ersten Ernte eignet sich am Besten für Salate, zum Verfeinern von Suppen und Soßen und wird gerne in Schälchen gereicht, um mit Weißbrot gedippt zu werden.