Die unterschiedlichen Olivenöl Kategorien

VERORDNUNG (EU) Nr. 61/2011 DER KOMMISSION vom 24. Januar 2011 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2568/91
über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen, sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung
olivenzweig zeichnung sepia
Vorweg genommen:
Nur Öle der Kategorie I, II oder III und Kategorie VI sind im deutschen Einzelhandel erhältlich!
Und wie man sieht ist kaltgepresst kein besonderes Merkmal, sondern ist bei den Kategorien I - III Pflicht!
Auch aus erster Pressung ist für Natives Olivenöl Extra keine Besonderheit, sondern eine Anforderung!

Da die EU-Verordnung für Olivenöl jedoch nicht nur recht umfangreich (kein anders Öl muss sich solchen Anforderungen stellen), sondern auch immer wieder geändert/ergänzt wird - also kein gängiges Nachschlagewerk ist - und immer wieder die Frage nach erster Pressung / Kaltpressung gestellt wird haben wir es der Einfachheit halber auf unsere Etiketten mit aufgedruckt.


Aber um es nochmal ganz deutlich zu sagen:
Natives Olivenöl extra muss kaltgepresst und aus erster Pressung sein - zumindest laut Verordnung.

Anm: Unser Olivenöl Ist Bio-Öl aus kontrolliert biologischem Anbau, der Kategorie I: Natives Olivenöl Extra, also kaltgepresst und aus erster Pressung, Herkunftsland Griechenland, genauer von der Peleponnes, Region Mani, Messenien. Es ist sortenrein, aus der Koroneiki Olive und direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen (so muss der genaue Wortlaut auf den Etiketten lauten); was bei unserem Öl soviel heißt wie: in einer Steinmühle im Chargenbetrieb (Mattenpressverfahren) gewonnen.

So lautet die genaue Kategorisierung:

Kat. Produktbezeichnungen Herstellungsverfahren Bemerkungen
I Natives Olivenöl Extra Kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung schonend hergestellt; aus erster Pressung Säuregehalt < 0,8 %, - für den Verzehr geeignet. Aus rein wirtschaftlichen Gründen ist seit 04/2011 eine Beimischung erlaubt.
II Natives Olivenöl Kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung schonend hergestellt Säuregehalt < 2 %, leichte Fehler, für den Verzehr geeignet
III Gewöhnliches natives Olivenöl Kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung schonend hergestellt Säuregehalt > 2 %, fehlerhaft, für den Verzehr geeignet (nur außerhalb der EU)
IV Lampantöl   Säuregehalt > 2 %, deutlich fehlerhaft, nicht für den Verzehr geeignet, muss raffiniert werden
V Raffiniertes Olivenöl   Säuregehalt < 0,3 %, Typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen
VI Olivenöl Mischungen aus raffiniertem Olivenöl (V) mit nativem Olivenöl der Kategorien I–III. Säuregehalt < 1 %, Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack. Aus rein wirtschaftlichen Gründen wird jedoch eine Beimischung von nicht mehr als 2 % Anteil an nativem Olivenöl vorgenommen.
VII Rohes Oliventresteröl Aus dem Trester (fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten), der nach der Pressung/Extraktion der Oliven übrig bleibt, wird mit Hilfe von Lösungsmitteln (Hexan) oder einer zweiten Extraktion der letzte Rest Öl gewonnen. Das Öl ist zum Verzehr nicht geeignet!
VIII Raffiniertes Oliventresteröl Rohes Oliventresteröl, das nochmals raffiniert wird Das Öl ist ohne Geschmack
IX Oliventresteröl Raffiniertes Oliventresteröl, das mit nativem Öl gemischt wird. Zum Verzehr geeignet

... und da wir schon bei der/den EU-Verordnungen sind - ein paar Links, die interessant sind ... aber wohl kaum Transparenz und Klarheit für den Verbraucher im Dschungel Olivenöl bringen!

Qualität und Vermarktung von Olivenölen in der Europäischen Union - Dr. Hans-Jochen Fiebig vom Max Ruber-Institut

und da wir uns schon im Dschungel befinden gleich hinterher die Änderung der Vordnung (EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenöl
VERORDNUNG (EU) Nr. 61/2011 DER KOMMISSION vom 24. Januar 2011

Sie haben sich die Änderung durchgelesen ... dann sollte Ihnen ja alles klar sein!
Nur so ... für die Wenigen, welche nichts damit anfangen können hat es "Essen und Trinken" schön zusammengefasst:

"Mit der EU-Verordnung 61/2011 hat die Kommission den Grenzwert für chemische Verbindungen in Olivenölen erhöht. Ab dem 1. April dürfen Olivenöle mit bis zu 150 mg/Kilogramm Alkylestern unter der Bezeichnungen "extra nativ/extra vergine" verkauft werden. Erhöhte Mengen an Alkylester gelten beim Olivenöl als Indikator für minderwertige Qualität. Alkylester entstehen durch die Verbindung von freien Fettsäuren mit niedermolekularen Alkoholen, vor allem bei minderwertigen Herstellungstechniken oder bei der Verarbeitung von Früchten schlechter Qualität. Der neue Grenzwert erhöht die Toleranz für Alkylester in Olivenöl "extra nativ/extravergine" etwa um das 15-fache."


.. und dazu:
"Die Verbraucherschutzorganisation Slow Food weist darauf hin, dass mit der neuen Verordnung Olivenölproduzenten die Möglichkeit gegeben wird, Olivenöle unterschiedlicher Qualität zu mischen, ohne dass dies für den Käufer auf der Verpackung explizit kenntlich gemacht werden muss. So könnten ab dem 1. April auch so genannte "desodorierte" Olivenöle unter dem Gütesiegel "extra nativ/extravergine" verkauft werden. Beim Verfahren der Desodoration werden mithilfe von Wasserdampf unerwünschte Aroma- und Geschmacksstoffe entfernt, weshalb es oft bei Olivenölen minderer Qualität zur Anwendung kommt. Für Olivenöl "extra nativ/extravergine" war das Verfahren der Desodoration bisher verboten, da zu viele chemische Rückstände im Öl verbleiben."

Das waren nur Auszüge, welche zeigen, dass EU-Verordnungen, Etikettierung und Analysen, Zertifikate nicht alles sein sollten/können um ein qualitativ hochwertiges Olivenöl in die Flaschen zu bringen bzw. zu garantieren, dass der Verbraucher mit einer Flasche Olivenöl seinen Speiseplan um ein gesundes Natur-Produkt bereichert.